Pressemitteilung, 16. März 2022

EU-gefördertes Projekt FOCUS veröffentlicht neue Forschungsergebnisse und Leitlinien zu Fragen der Flüchtlingsintegration

Angesichts der Millionen von Flüchtlingen, die derzeit ihre Heimat verlassen, um vor dem Krieg in der Ukraine zu fliehen, werden Vertreibung, Solidarität zwischen Flüchtlingen und Gastgebern sowie Integration in Europa wieder zu dringenden Themen. Neue Forschungsergebnisse und Leitlinien zeigen Regierungen und Hilfsorganisationen jetzt die wichtigsten Praktiken auf, die für eine langfristig erfolgreiche Integration erforderlich sind.

Das von der EU finanzierte Forschungsprojekt FOCUS, das vom Roten Kreuz (IFRC-Referenzzentrum für psychosoziale Unterstützung) geleitet wird, hat die sogenannte Living Well Together Resource (EN) veröffentlicht, einen Online-Leitfaden, der politischen Entscheidungsträgern, Organisationen und der Zivilgesellschaft helfen soll, wichtige Dimensionen der Flüchtlingsintegration zu verstehen und sie in der Integrationspraxis und -programmgestaltung umzusetzen.

Der FOCUS-Ansatz: für nachhaltige, dynamische Integration

In Zusammenarbeit mit einem breiten Spektrum von Akteuren hat FOCUS vier Kernprinzipien (EN) herausgearbeitet, die das Potenzial für nachhaltige, beidseitige und dynamische Integration maximieren – das heisst, sie stellen sicher, dass die ankommende und aufnehmende Gemeinschaften gleichermaßen einbezogen werden:

  • Einbeziehung von psychischen Gesundheit und psychosozialer Unterstützung zur allgemeinen Stressreduktion und zur Verbesserung des Wohlbefindens in der Gesellschaft als Ganzes;
  • Aufbau und Stärkung kontinuierlicher sozialer Bindungen und Brücken zwischen den Mitgliedern der ankommenden und der aufnehmenden Gemeinschaft, insbesondere hochwertige Kontakte zwischen den Gruppen, an denen es derzeit noch vielfach mangelt;
  • Aktive Einbeziehung sowohl der ankommenden als auch der aufnehmenden Gemeinschaften in die Integrationspraxis durch co-kreative und partizipative Ansätze;
  • Zusammenarbeit von Institutionen, Nichtregierungsorganisationen und Gemeinschaften durch Partnerschaften und die systematische Koordinierung von Akteuren.

FOCUS veranschaulicht diesen praktischen Rahmen anhand von fünf Fallstudien (EN), die Beispiele dafür liefern, wie diese Grundsätze in der Praxis umgesetzt werden können: von gemeinsam mit Flüchtlingen erstellten Podcasts bis hin zu Mitarbeiter-Workshops zur Sensibilisierung für Rassismus und unbewusste Vorurteile.

Um die vier Prinzipien und Fallstudien zu vertiefen, verweist die Living Well Together Resource (EN) auf ausgewählte Referenzen und praktische Anleitungen, die sowohl innerhalb als auch außerhalb von FOCUS erstellt wurden.

Was ist neu an diesem Ansatz?

In den vergangenen zwei Jahren hat FOCUS die Akzeptanz und die Umsetzung der beidseitigen dynamischen Integration untersucht, die die EU als ihr Ziel definiert hat. Durch umfangreiche empirische Untersuchungen, einer Bestandsaufnahme, einer Literaturanalyse und Befragungen von Schlüsselpersonen hat das Projektteam eine Bestandsaufnahme der Integration in Europa in den letzten zehn Jahren erstellt und die wichtigsten sozioökonomischen und sozialpsychologischen Faktoren für Integration ermittelt.

Die qualitativen und quantitativen Studien des FOCUS-Forscherteams deuten darauf hin, dass Integration im vergangenen Jahrzehnt gut verlaufen ist. Trotz des oft als “starker Zustrom” von Flüchtlingen bezeichneten Phänomens seit Ausbruch des Syrienkriegs im Jahr 2015 und trotz erheblicher Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern ist die Akzeptanz von Integration als Ziel und als Norm in der Bevölkerung hoch. Die fünf im Rahmen von FOCUS durchgeführten Fallstudien zeigen einen dynamischen europäischen Integrationssektor, der bereit ist, mit allen Gemeinschaften im Sinne dauerhafter dynamischer Integration zu arbeiten.

Der Sektor benötigt jedoch Unterstützung durch die Entwicklung zugänglicher Ressourcen und evidenzbasierter Leitlinien wie der FOCUS Living Well Together Resource (EN). Darüber hinaus sind die Beantragung von Finanzmitteln und Evaluierungmassnahmen wichtige Faktoren für diesen Sektor, und diese neue Ressource kann großen Einfluss auf die Neuausrichtung dieser Faktoren haben.

Die Umsetzung des FOCUS-Ansatzes in Integrationspraxis, Politikgestaltung und Programmplanung versetzt die europäischen Gesellschaften in die Lage, die derzeitige Willkommensatmosphäre in langfristiges gutes Zusammenleben von ankommenden und aufnehmenden Gemeinschaften zu verwandeln.

 

Die vollständigen Ergebnisse der quantitativen und qualitativen FOCUS-Forschung zu Integration in Jordanien und der EU seit 2015 werden derzeit zusammengefasst und im April 2022 veröffentlicht.


Weitere Informationen hier (EN).

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Pressemitteilung zum Download hier.

 

ANMERKUNGEN FÜR REDAKTEURE

Partner des FOCUS Konsortiums:

  • International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies, Reference Centre for Psychosocial Support (PS Centre), Kopenhagen, Dänemark
  • AND Consulting Group, Brüssel, Belgien
  • Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften, Universität Zagreb, Kroatien
  • Universität Malmö, Schweden
  • Center for Strategic Studies, Universität von Jordanien
  • Charité Universitätsmedizin, Berlin, Deutschland
  • Humboldt-Universität zu Berlin, Deutschland
  • ARTTIC SAS, Paris, Frankreich
  • Q4 Public Relations, Dublin, Irland

FOCUS Implementing Partners (case studies):

  • Dänisches Rotes Kreuz
  • Österreichisches Rotes Kreuz
  • Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAfF)
  • Partnerskap Skåne (PS) Partnerschaft für regionale Integration
  • Britisches Rotes Kreuz

Projektdauer: 01/01/2019 – 30/06/2022
Finanzielle Unterstützung der EU: 2.999.859,25 €
RIA – Research and Innovation action
Programm: H2020-SC6-MIGRATION-2018
Thema: MIGRATION-08-2018 Addressing the challenge of forced displacement

Medienanfragen:

Karin Rosenits, ARTTIC Innovation GmbH, +49 89 248 830 342, rosenits@artticinnovation.de

Dieses Projekt wird finanziert im Rahmen des Horizon 2020 Forschungs- und Innovationsprogramms der Europäischen Union unter der Finanzhilfevereinbarung Nr. 822401.

ARTTIC Innovation GmbH berät seit mehr als 33 Jahren Forschungs- und Innovationsprojekte. Als Projektmanagement- und Kommunikationspartner sorgen wir dafür, dass unsere Projekte erfolgreich verlaufen und die Projektergebnisse und Veranstaltungen optimal verbreitet werden. ARTTIC ist ein Tochterunternehmen der PNO Group, einem der größten Beratungsunternehmen für öffentlich geförderte Projekte in Forschung und Entwicklung. Für weitere Informationen besuchen Sie bitte http://www.artticinnovation.de.

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This project has received funding from the European Union's Horizon 2020 research and innovation programme under grant agreement No. 822401.

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